Archiv für den Monat: April 2010

Den Kuchen teilen

Nachdem The Pirate Bay nun scheinbar endgültig geschlossen wurde, hat sich der in den Medien zum Jack Sparrow stilisierte1 Peter Sunde zusammen mit Linus Olsson ein neues Projekt überlegt, dass in meinen Augen einen Kompromiss darstellen soll, um damit die schwergewichtige Musik-, Film- und sonstwas-Industrie davon abzuhalten, keine übertriebenen und unberechtigten Geldbeträge von Musik-, Film- und sonstwas-Konsumenten mehr zu fordern.
Mit DDoS-Attacken scheint diesen geldgierigen Riesen nicht beizukommen zu sein.2
Also macht man es mit einer freundlichen Umarmung: umarmen und immer fester umarmen und immer fester…
Das neue Projekt heißt flattr und scheint grundsätzlich nach dem Prinzip des „digg it“ zu funktionieren: Was einem gefällt, kann „gevotet“3 werden und wird dadurch automatisch mit einem vorher festzulegenden Geldbetrag an den Urheber honoriert.
Ich finde, das klingt zunächst mal ganz charmant. Oder untergräbt das irgendwie die Idee von freier Information und freiem Austausch von Ideen (also Musik, Software etc.)?
Was haltet ihr davon?

  1. Artikel auf cnet.com: The Pirate Bay sees buried treasure in streaming video []
  2. Artikel zur Piratenbucht auf Wikipedia: The Pirate Bay – Wikipedia []
  3. Neudeutsch etwa für: abstimmen, dafürhalten. []

Politik… ähh: Profit in Hamburg

Ich hatte im vergangenen Winter ein wunderschönes Bild von meinem Weg zur Arbeit auf facebook hochgeladen. Nun hat sich dieses Bild jäh gewandelt. Den Vergleich „gestern-heute“ kann man hier betrachten:

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Wohlgemerkt, es ist ein und derselbe Ort (erkennbar am Mülleimer links und am schiefen Geländer rechts).

Hier zeigt sich wieder einmal ein schönes Beispiel, wie Politik in Hamburg (und das gilt natürlich nicht nur für Hamburg, sondern deutschlandweit) betrieben wird: an den Interessen, dem Wohl des Volkes vorbei und wider die Natur. Eine schöne Elbinsel haben wir da im Süden Hamburgs. Ja, aber die kann man noch schöner machen. Außerdem kann man da ganz viel hinbauen, und dann wird’s erst profitabel. Erstmal kommt dieses total unnötige Feuchtbiotop weg. Da kommt die Umweltbehörde hin, genau.
Die schöne grüne Elbinsel wird noch viel grüner und prächtiger, wenn man da eine Gartenausstellung hinplaniert, mhm.

Und das alles unter der Regierung eines schwarz-grünen Senats. Na, ihr kleinen grünen Heinzelmännchen? Prinzipien über Bord geworfen? Macht ist geil, gell?

Hier sind ein paar Hintergrundinformationen zum bunten Treiben der Profiteure und deren Widersacher zusammengestellt:

Hamburger Abendblatt:
Biotop muss Umweltbehörde weichen

IBA/IGS (Internationale Bauausstellung Hamburg/Internationale Gartenschau Hamburg):
Schauplatz Elbinsel
IGS 2013

Zukunft Elbinsel Wilhelmsburg e. V.:
Zukunftsplan für Wilhelmsburg